Pressemitteilung »Internationale Kampagne ruft dazu auf,
Vertrag zum Verbot von Streumunition zu unterzeichnen«
vom Aktionsbündnis Landmine.de vom 24.10.2008


PRESSEMITTEILUNG

Internationale Kampagne ruft dazu auf,
Vertrag zum Verbot von Streumunition zu unterzeichnen


Berlin (24.10.2008) Vom 26. bis 31. Oktober 2008 ruft die Internationale Kampagne zum Verbot von Streumunition (CMC) im Rahmen einer weltweiten Aktionswoche dazu auf, den Vertrag zum Verbot von Streumunition zu unterzeichnen. In mehr als 60 Ländern werden Aktivisten der Internationalen Streumunitionskampagne, deren Mitglied das Aktionsbündnis Landmine.de ist, die Staatengemeinschaft dazu auffordern am 3. und 4. Dezember in Oslo die »Convention on Cluster Munitions« zu unterzeichnen.

Im Mai dieses Jahres haben sich auf einer Konferenz in Dublin insgesamt 107 Staaten im Rahmen des »Oslo-Prozesses« auf einen Vertragstext für ein Verbot von Streumunition geeinigt. Bislang haben 54 Staaten öffentlich erklärt, den Vertrag unterzeichnen zu wollen. Stark mit Streumunition belastete Staaten wie Afghanistan, Irak und Vietnam sind noch unentschlossen. Der Vertrag schreibt ein umfassendes Verbot all derjenigen Streumunitionstypen fest, die bislang zum Einsatz gekommen sind und tritt nach der 30. Ratifikation in Kraft.

Für Deutschland wird Außenminister Frank-Walter Steinmeier persönlich in Oslo den Vertrag unterzeichnen. Die im Aktionsbündnis Landmine.de zusammengeschlossenen Organisationen begrüßen diesen Schritt ausdrücklich und weisen darauf hin, dass möglichst bald viele Staaten den Vertrag ratifizieren müssen, um ihn in Kraft zu setzen. Anschleißend muss das Verbot für diese grausamen und menschenverachtenden Waffen möglichst rasch universalisiert werden.

Das Aktionsbündnis Landmine.de warnt jedoch davor, im Rahmen der am 3. November in Genf beginnenden Konferenz zur VN- Waffenkonvention auf einen zweiten, sehr niedrigeren Verbotsstandard zu installieren und damit faktisch Streumunition zu legalisieren. Die USA, Russland, China, Pakistan und Indien befürworten ein solches Vorgehen, welches den »Oslo-Prozess« eindeutig schwächen würde.

»Nur wenn sich rasch möglichst viele Staaten am Oslo-Prozess beteiligen, können wir sicherstellen, dass es zukünftig weniger Opfer dieser Waffen geben wird«, sagt Thomas Küchenmeister vom Aktionsbündnis Landmine.de. Staaten wie die USA, Russland und China werden den Vertrag vorerst nicht unterzeichen. »Wir sind sicher, dass die Stigmatisierung von Streumunition auch Staaten wie die USA und Russland dahingehend beeinflussen wird, Streumunition nicht mehr zu verwenden,« sagt Küchenmeister. Er verweist auf den Konflikt zwischen Russland und Georgien, in dem sich beide Parteien gegenseitig des Einsatzes von Streumunition bezichtigt hatten, obwohl dieser grundsätzlich derzeit noch nicht völkerrechtlich verboten ist.

Auch in Deutschland werden Aktionen der Kampagne stattfinden. In München wird Handicap International, Mitgliedsorganisation im Aktionsbündnis Landmine.de, am Sonntag, den 26.Oktober um 11:30 eine »Lie-Down«-Aktion vor der Feldherrenhalle durchführen, die an die Opfer dieser Waffen erinnern soll. »Der Vertragstext setzt eindeutig neue humanitäre Standards in Bezug auf Opferhilfe, Räumverpflichtungen und Unterstützung der betroffenen Länder,« sagt François De Keersmaeker, von Handicap International Deutschland. »Wir müssen sicherstellen, dass die Überlebenden von Streumunition nicht vergessen werden«, so De Keersmaeker.

Aktuelle Informationen zum Thema und zur Konferenz sind den Websites www.landmine.de und www.streubombe.de zu entnehmen.

Kontakt:

Thomas Küchenmeister, Leiter Aktionsbündnis Landmine.de /
CMC- Deutschland +49 (0)30 32661681 / +49 (0)175-4964082.

François De Keersmaeker, Geschäftsführer
Handicap International Deutschland +49 (0)177-5563555.

54 Staaten haben bis zum 23. Oktober 2008 öffentlich ihre Bereitschaft erklärt, die »Convention on Cluster Munitions« in Oslo zu unterzeichnen:

Albanien (19.09), Angola (29.09.), Australien (21.10.), Benin, Bulgarien (18.09.), Burkina Faso (30.09.), Burundi (30.05., 29.09.), Chile (19.08.), Demokratische Republik Kongo (29.09.), Deutschland (30.05.), Frankreich (4.06.), Gambia (29.09.), Ghana (29.09.), Großbritannien (3.6.), Guinea-Bissau (29.09.), Irland (26.05.), Kambodscha (5.6.), Komoren (29.09.), Kenia (29.09.), Kroatien (19.09.), Laos (23.07.), Lesotho (29.09.), Liberia (29.09.), Luxemburg (10.06.), Mazedonien (30.05.), Madagaskar (30.09.), Malawi (29.09.), Mali (29.09.), Mauretanien (29.09.), Mexiko (30.05.), Namibia (30.09.), Neuseeland (8.10.), Niederlande (29.09.), Niger (30.05., 29.09.), Nigeria (30.05., 29.09.), Norwegen (8.7.), Österreich (18.09), Republik Kongo (29.09.), Ruanda (30.09.), Sambia (30.06., 29.09.), Senegal (29.09.), Seychellen (30.09.), Spanien (17.07.), Schweiz (10.09.), Tansania (29.09), Tschad (29.09.), Tschechische Republik (2.09.), Togo (30.09.), Uganda (29.09.), Uruguay (21.10), Zentralafrikanische Republik (29.09.)

Staaten, die noch unentschlossen sind:

Afghanistan, Irak, Jordanien, Schweden, Thailand, Vietnam und Brasilien

107 Staaten, die den Vertragstext in Dublin angenommen haben:

Albanien, Argentinien, Australien, Bahrain, Belgien, Belize, Benin, Bolivien, Bosnien und Herzegowina, Botswana, Brunei, Darussalam, Bulgarien, Burkina Faso, Burundi, Chile, Cook Islands, Costa Rica, Dänemark, Demokratische Republik Kongo, Deutschland, Dominikanische Republik, Ecuador, Elfenbeinküste, El Salvador, Estland, Fidschi, Finnland, Frankreich, Großbritannien, Ghana, Guatemala, Guinea, Guinea-Bissau, der Heilige Stuhl, Honduras, Island, Indonesien, Irland, Italien, Jamaika, Japan, Kambodscha, Kamerun, Kanada, Katar, Kenia, Kirgisistan, die Komoren, Kroatien, Laos, Libanon, Lesotho, Litauen, Luxemburg, Madagaskar, Malawi, Malaysia, Mali, Malta, Marokko, Mauretanien, Mazedonien, Mexiko, Moldawien, Montenegro, Mosambik, Niederlande, Neuseeland, Nikaragua, Niger, Nigeria, Norwegen, Österreich, Palau, Panama, Papua Neu-Guinea, Osttimor, Paraguay, Peru, die Philippinen, Portugal, Republik Kongo, Samoa, San Marino, São Tomé und Príncipe, Schweden, Schweiz, Senegal, Serbien, Seychellen, Sierra Leone, Slowakei, Slowenien, Südafrika, Spanien, Sudan, Swasiland, Tansania, Tschad, Tschechien, Togo, Uganda, Ungarn, Uruguay, Vanuatu, Venezuela und Sambia.

Landmine.de ist ein Aktionsbündnis von Bayerischer Landesverband des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), Brot für die Welt, Christoffel Blindenmission, Deutsche Kommission Justitia et Pax, Deutsche Welthungerhilfe, Deutscher Caritasverband, Diakonie Katastrophenhilfe, EIRENE-International, Handicap International, Kindernothilfe, medico international, Misereor, OXFAM-Deutschland, Pax Christi, Solidaritätsdienst International (SODI), terre des hommes, UNICEF Deutschland.

Thomas Küchenmeister

Aktionsbündnis Landmine.de / Actiongroup Landmine.de
Leiter / Director
Rykestr. 13
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SKYPE: thomas.kuechenmeister

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