
Informationen zur Verwicklung des Daimler-Konzerns in Streumunition

Das Foto zeigt israelische Raketenwerfer, die auf einer militärischen Version des Mercedes-Lkw Actros 3341 montiert sind. Mit diesen Raketenwerfern kann Streumunition verschossen werden, die zivile wie militärische Ziele gleichermaßen trifft. Die Bundesrepublik Deutschland, die bei den Bemühungen um ein internationales Verbot von Streumunition gerne eine »Vorreiterrolle« eingenommen hätte, wurde damit im Licht der Weltöffentlichkeit brüskiert. Laut Auskunft des Rüstungsexporten Otfried Nassauer vom Berliner Friedenszentrum BITS importierten die georgischen Streitkräfte die streumunitionsfähigen Mehrfachraketenwerfer seit 2007 (siehe TAGESSPIEGEL vom 25.08.2008).
Mit dem Raketenwerfer MLRS bzw. »Guided« MLRS (Multiple Launch Rocket System) ist die Daimler AG einer der Konzerne, die vom Geschäft mit Streumunition profitieren. Diese Verwicklung konnte auf der internationalen Rüstungsmesse Eurosatory in Paris dokumentiert werden. Am Stand des rüstungsproduzierenden Unternehmens MBDA, an dem Daimler/EADS zu 37,5 Prozent beteiligt ist, erfolgte die Präsentation des Raketenwerfers MLRS sowie dessen Streumunitionsraketen. Mit der technisch optimierten Version des MLRS, dem so genannten »Guided« MLRS-System, wird diese Waffe über eine noch größere Reichweite verfügen, soll zudem zielgenauer treffen und wesentlich effizientere Munition besitzen.
Die Herstellung von MLRS- bzw. GMLRS-Lenkraketen erfolgt im Rahmen eines Kooperationsprogrammes der Rüstungskonzerne Lockheed Martin, Diehl und Daimler/EADS/MBDA. Bereits jetzt wurde angekündigt, dass MLRS-Raketen in immenser Stückzahl gefertigt werden soll. Der Streumunitionswerfer GMLRS soll mit einer Salve rund 8000 Bombletmunitionen auf einem Gebiet bis zu einem Quadratkilometer verteilen können.
Die im Jahr 2006 seitens der israelischen Armee im Krieg mit dem Libanon eingesetzte MLRS-Streumunition besitzt eine den Landminen vergleichbare Wirkung. Durch die extrem hohe Zahl von Blindgängern, deren Zahl bis zu vierzig Prozent der abgeschossen Raketen erreichen kann, werden ganze Landstriche mit Streumunition verseucht. Das Aktionsbündnis landmine.de bewertet den Einsatz von Streumunition als Verstoß gegen die Genfer Konvention, welche wahllose Angriffe auf Zivilisten verbietet.
Weitere Infos zum Thema Streubomben finden Sie auch unter www.landmine.de und www.streubomben.de

08.04.2009: Hauptversammlung der Daimler AG in Berlin
Gegenantrag des Aktionärs Jürgen Grässlin
»Die Mitglieder des Aufsichtsrats werden nicht entlastet.«
Begründung zu Punkt 4 der Tagesordnung: Mercedes-Militär-Lkw mit israelischem
Streumunitionswerfer im Kriegsgebiet in Georgien und Beteiligung von Daimler/EADS an
MLRS-Streumunitionswerfern / www.wir-kaufen-keinen-mercedes.de
April 8th, 2009: Annual Meeting of the Daimler AG in Berlin
Counter-motion of the shareholder Jürgen Grässlin
»The actions of the members of the Supervisory Board are not to be ratified.«
Regarding Item 4 of the Agenda:
Because of rocket launchers on a military version of the Mercedes Actros 3341
with cluster munitions from Israel and participation in MLRS-Rocket Launchers
for cluster munitions / www-wir-kaufen-keinen-mercedes.de
19.11.2008:
Radiobericht »RÜSTUNG. Die Intelligenz der Streubomben«
in Deutsche Welle World
October, 2008:
Article by JG »Campaign of the Month 'We don't buy Mercedes:
Boycott Cluster Bombs!'« in War Profiteers' News e-newsletter No 15
25.08.2008:
Zeitungsbericht »Mercedes-Lkw für Georgiens Raketenwerfer«
in DER TAGESSPIEGEL
10.07.2008:
Zeitungsartikel »Das schmutzige Geschäft« über den MLRS-Streumunitionseinsatz im Südlibanon in DIE ZEIT
19.04.2008:
Aktionsaufruf »Weltweiter Aktionstag gegen Streubomben am 19. April 2008«
von Handicap International